Kleine Biographie

 

 

„Ich bin Amerikaner, aber doch nicht. Ich bin Schweizer, aber doch nicht. Wer bin ich?“PLRD 6

Jonathan „John“ Muret wird am … in Los Angeles geboren. Kurz nach der Geburt adoptiert ihn ein Paar aus Zürich. Seine Wurzeln liegen in der indianischen, palästinensischen und deutschen Kultur. Kindheit und Jugend verbringt er im jüdisc
h-christlichen und schweizerischen Kontext. Als er früh nach Bleistift, Pinseln, Papier und Farbe verlangt, richten seine Eltern dem Vierjährigen ein Atelier ein. Prägend für den Jugendlichen sind Basquiat und Picasso, zudem Kubismus, Expressionismus, Pop-Art und Collagentechnik.

 

„Mit fünf stellte ich fest, dass ich anders war.“

Geographien, Familien, Religionen – die Dimensionen, die sich in John Muret aufspannen. Schon das Kind sieht sich als adoptierter Amerikaner mit unterschiedlicher Hautfarbe. Der Beginn einer andauernden persönlichen und künstlerischen Auseinandersetzung. Er selbst nennt sich „selected and neglected“, weggegebener Sohn und angenommenes Wunschkind zugleich. Der Teenager sucht und findet seine leiblichen Eltern und trifft sie in den USA. Zu diesem Zeit
punkt haben sich die Schrecken und Verwirrungen des Andersseins bereits in Bergen von „Monster“-Zeichnungen Bahn gebrochen. So entwickelt der Maler früh seinen „Strich“. 2012 entscheidet er sich für eine Karriere als Künstler. Bereits zweimal hat er seine Bilder erfolgreich ausgestellt.

 

„Ich musste immer offen sein.“

Die eigene opake Herkunft und Identität macht John Muret zu einem scharfen Beobachter. „Ich musste mich früh öffnen, immer offen sein“, sagt er. „Bin ich der ewige Fremde? Oder werden wir es alle ein Stück weit sein?“ Wie lebt es sich in der digitalen „big data“ Weltgesellschaft mit globalen Strömen aus Arbeitnehmern, Geld, Flüchtlingen, Kulturen? Mit dem „death of distance“, dem Ende der Jahreszeiten, dem Verlust von Heimat und Romantik? „Der Fremde muss sich beweisen“ und John Muret nimmt die Herausforderung an: „Wer bin ich, dass ich meine Biographie nicht ausnützen soll?“

 

„Wir müssen alle über Toleranz nachdenken!“

Die vielfältigen Spannungen in seiner Innen-und Außenwelt löst John Muret im Begriff der Toleranz auf: In ihm bündeln sich die Gedanken, Deutungen und Hoffnungen des Malers. „Wir sind alle Menschen, egal woher wir stammen. Unsere Aufgabe ist es, einander tiefen Respekt entgegen zu bringen.“ Toleranz ist dabei nicht wohlfeil. Sie hat ihren Preis, ist anstrengend, mühevoll. Nach John Muret ist sie jedoch der Schlüssel. „Toleranz ist das, was ich in meinen Bildern zeigen will. Für Menschen wie mich ist die Kunst die Rettung.“

 

Wer ist John Muret?

Ich bin John Muret. Ich bin Künstler. Die Kunst ist mein Land, meine Familie, meine Religion.“


Download: John Muret